ein Institut der Abteilung Elektrotechnik und Informatik an der Hochschule Emden/Leer

Forschungsnetzwerk auf der Cebit 2006

Mit welchen Algorithmen können Sensoren den Zustand eines Systems und seiner Umgebung zuverlässig erfassen? Mit welchen Methoden kann ein System optimal gesteuert, wie kann mit der Umwelt intelligent interagiert werden? Und wie kann das Verhalten eines automatisierungstechnischen Systems geplant werden?

Für die Beantwortung dieser Fragen haben kleinere und mittlere Unternehmen der Automatisierungstechnik oft nicht die Zeit oder das Fachwissen. Zugang zu Know-how und aktuellen Forschungsergebnissen bietet das Forschungsnetz "Industrial Informatics" (INDIN).

Die Spezialisten des INDIN unterstützen Unternehmen bei der Neu- und Weiterentwicklung von industrieller Automatisierungstechnik. Beteiligt sind fünf niedersächsische Hochschulen. Koordiniert wird das Netzwerk an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven im Fachbereich Technik in Emden. Das Netzwerk bündelt die Kompetenzen der niedersächsischen Fachhochschulen im Bereich der Informations- und kommunikationstechnologien sowie der Automatisierungstechnik. Über die Grenzen der Hochschulen hinaus werden zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft komplexe Aufgabenstellungen gelöst. INDIN bietet Interessenten aus der Wirtschaft ein breites Know-how: Von Agententechnologien über Webservices bis hin zu sicheren Informationssystemen.

Als Beispiel einer erfolgreichen Neuentwicklung gilt das Modell-Luftschiff "Aerial Vehicle for Autonomous Operation", kurz VAO-A, das an der Fachhochschule Wolfenbüttel entwickelt wurde. Das drei Meter lange Modell hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern und dient als Trägersystem für die Erforschung, Entwicklung und Demonstration von eingebetteten Roboteranwendungen und automatisierungstechnischen Algorithmen. Das Luftschiff wird von einem Mikrocontroller gesteuert. Über eine Funkstrecke steht es in Verbindung mit einer "Bodenstation" zur Visualisierung von Prozessdaten und Messwerten. Dabei führt es alle Operationen vollkommen autonom aus, auch bei Störung der Funkstrecke oder Ausfall der Bodenstation. Zur Positionsbestimmung werden Ultraschallsensoren verwendet. Zusätzlich werden Bewegungen und Drehungen des Luftschiffes erfasst und Bildinformationen einer On-Board-Kamera ausgewertet.

Eine mögliche industrielle Anwendung für AVAO-A ist das frühzeitige Aufspüren von Leckagen in großen Chemikalienlagern, zum Beispiel mit "elektronischen Nasen".

Kontaktadresse:
Petra Bessert:
Tel. 04921-807-1922,
E-Mail: bessert@indin-nds.de

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